Die nächste Reifeprüfung für Mathis - Jugend-Olympiade als erstes Etappenziel auf dem Weg zur Teilnahme an Sommerspielen.
Schlechte Laune kennt Österreichs älteste Aktive bei den ersten Olympischen Welt-Jugendspielen (YOG 2010) ab 14. August in Singapur nicht. Die 18-jährige Bregenzerin Alexandra Mathis ist stets gut aufgelegt, immer freundlich – es sei denn, sie hat beim Sport einmal nicht die Platzierung erreicht, die sie sich zum Ziel gesetzt hat. Den Drang zur Bewegung und die Freude am Sport hat sie praktisch in die Wiege gelegt bekommen. Mutter Sabine war selbst erfolgreiche Kunstturnerin und Mitte der 70er-Jahre zweimal bei Europameisterschaften dabei, Vater Werner viele Jahre als Gewichtheber beim AC Bregenz aktiv. Und da waren noch die beiden älteren Schwestern Christina (23) und Michaela (21), die der jüngeren Schwester stets als Vorbilder galten.
"Meine Eindrücke von den Olympischen Spielen sind sehr gut. Die Organisation war bemerkenswert für so viele Athleten, Betreuer und Voluteers. Das Village ist cool & das
Cultur- Education- Program (das nebenbei stattfand) war auch eine sehr gute Idee. Mit meinem Wettkampf bin ich eigentlich zufrieden. Leider konnte ich im ersten Gruppenspiel noch
nicht meine volle Leistung zeigen (Nervosität, große Halle - Wind, Zuschauer usw) aber in den folgenden Spielen ging es dann besser." so Alexandra Mathis.
Via Fußball zum Badminton
Verständlich, dass in der sportbegeisterten Familie Mathis praktisch jede freie Minute zu Aktivitäten in einer Halle oder in der freien Natur genutzt wurden. Zunächst machte Alex
bis zu ihrem elften Lebensjahr ihre ersten Gehversuche auf Vereinsebene als Kunstturnerin. Die Freude im Umgang mit einem Ball führte sie im Alter von 13 Jahren sogar zum Fußball.
Bei der Bregenzer Viktoria lief Mathis eine Saison dem runden Leder nach, ehe sie ihren beiden Schwestern folgte und in Wolfurt mit dem Badminton begann. Kurt Pfleger, ihr ersten
Trainer in Wolfurt, vermittelte die Grundbegriffe, nach dem Wechsel ins Sportgymnasium Dornbirn war es dann Wolfi Hinteregger, der das Talent weiter förderte. Schnell stellten
sich nicht nur auf landesweiter Ebene die ersten Erfolge ein. U. a. kann Mathis bislang auf Starts bei ISF-Schulweltspielen sowie zwei WM- bzw. einen EM-Einsatz in der U-19-Klasse
verweisen. Herausragend der 24. Rang im Einzel bei der WM im April in Guadalajara (Mex). Damit erbrachte Mathis zwei Wochen vor der schriftlichen Matura am SG Dornbirn die Norm
für eine Nominierung nach Singapur. In Asien will die ehrgeizige Bregenzerin nun ihre zweite Reifeprüfung in diesem Jahr absolvieren und so den Grundstein für den weiteren
sportlichen Werdegang legen. Großes Ziel der derzeitigen Nummer eins in der ÖBV-Jugendrangliste ist eine Teilnahme an Olympischen Spielen. Um sich ihren großen Traum zu
verwirklichen hat die zielstrebige Sportlerin die Möglichkeit genutzt und einen Platz im Heeresleistungssportzentrum angenommen. Seit 1. Juli absolviert sie in Graz die
sechswöchige Grundausbildung, nach den Spielen in Singapur wird in das HLSZ Südstadt übersiedelt. „Ich bin offen für neue Sachen und ganz locker an die Sache herangegangen. Da man
in Österreich im Badminton nicht seinen Lebensunterhalt verdienen kann, ich meine Eltern aber finanziell entlasten wollte, war dies für mich die beste Lösung.“
Bei den Damen etablieren
Nach Singapur wird Mathis im April 2011 bei der EM in Vantaa (Fin) letztmals in der Juniorinnenklasse an den Start gehen. Danach gilt es, sich in der Damenklasse zu etablieren.
„Erstes Ziel wird sein, mich gegen die nationalen Spitzenspielerinnen durchzusetzen. Dazu muss ich meine taktischen Fähigkeiten verbessern und mich im athletischen Bereich weiter
steigern“, erklärt Mathis. Daneben gilt es aber auch, bei internationalen Turnieren Punkte für die Welt- und Europa-Rangliste zu sammeln. Nur mit einem bestimmten Ranking ist eine
Olympia-Nominierung möglich.“ Aufgrund des dichtgedrängten Programms hat Mathis auch noch nicht entschieden, welches Fach sie im Herbst an der Uni Wien inskribieren wird.
„Englisch oder Psychologie würden mich reizen, doch eigentlich will ich nicht AHS-Lehrerin werden. Doch darüber mache ich mir erst nach Singapur ernsthaft Gedanken. Vorerst will
ich bei der Jugend-Olympiade mein Bestes geben und die Nominierung rechtfertigen“, betont Mathis.
(Quelle: VN / Jochen Dünser)
| Name | Alexandra Mathis |
| Sportart | Badminton |
| Geburtsdatum | 5. Januar 1992 |
| Wohnort | Bregenz |
| Verein | Union BSC Wolfurt 1. Bundesliga |
| Trainer |
Jesper Madsen (seit 1. August) bzw. zuvor Manfred Ernst (ÖBV-Jugendteamtrainer), Verena Fastenbauer und Stefan Dreseler (Vorarlberger Landesverband); Wolfgang Hinteregger
(Schule); Kurt Pfleger (Wolfurt) |
| Schulausbildung |
Matura 2010 am Sportgymnasium Dornbirn; seit 1. Juli Grundausbildung Bundesheer - HLZ Graz |
Die 18-jährige Bregenzerin qualifizierte sich mit einem 24. Rang bei der U-19-WM in Mexiko für Singapur. Derzeit liegt sie in der Europa-Rangliste auf den Plätzen 20 (Doppel), 25 (Einzel) bzw. 27 (Mixed). In den österreichischen Jugendnationalteams seit 2004.
International:
National:
Langfristiges Ziel:
Olympische Spiele 5. - 21.August 2016 in Rio De Janeiro
Zwischenziele: