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Interview mit Teddy Pawlowski, Trainer PG Mehrerau

Veröffentlicht am 05.07.2011 von Sonja Zimmermann
Teddy Pawlowski

Gegenseitiger Respekt ist das „Um und Auf“

Der gebürtige Pole Teddy Pawlowski, der seit Anfang der 1980iger Jahre in Vorarlberg lebt, hat mit der Schülerligamannschaft des PG Mehrerau beim Bundesfinale in Tirol einen Platz unter den besten Vier erreicht. In Interview spricht der ehemalige Klassefußballer über seinen Umgang mit den Jungtalenten, über die Entwicklung seiner Spieler im letzten Jahr und freut sich über die Vorarlberger Präsenz im österreichischen Nachwuchsfußball.

 

Teddy Pawlowski, Ihre Mannschaft erreichte einen Platz unter den besten vier der Schülerliga, was ist Grund, warum sie so weit gekommen ist?

Vor dem Turnier in Tirol habe ich der Mannschaft gesagt, mein Ziel ist, unter den besten vier zu sein. Nach der Vorrunde habe ich noch nicht an den Einzug ins Bundesfinale geglaubt. Erst nach der Hallenmeisterschaft wusste ich, dass es gelingen könnte. Der knappe 3:2-Sieg gegen Feldkirch hat der Mannschaft einen Schub gegeben. Bei der Gruppenauslosung habe ich dann gesehen, dass ein Platz unter den besten zwei realistisch sein könnte. 

Der Aufstieg ins Halbfinale hat mich sehr gefreut, vor allem aber die Leistung der Mannschaft war sehr hervorragend. Wir haben die besten Spiele der letzten Jahre hier abgeliefert.

Was hätte es umgekehrt für Sie bedeutet, wenn das Ziel nicht erreicht worden wäre?

Im Nachwuchsfußball ist alles möglich, nach dem Landesfinale habe ich schon gesagt, dass wir uns freuen, bei den zehn besten dabei zu sein. Wir können uns messen mit den besten in Österreich. Bei einem Scheitern hätten wir die Analyse dahin gehend gemacht, wo wir uns noch mehr verbessern müssen. Das Wichtigste ist allemal aber der Spaß in den Spielen auch rundherum. Aber es war jetzt schön zu sehen, dass sich die Arbeit im Training gelohnt hat.

Es ist aufgefallen, dass Vorarlberg einige sehr große Spieler hat, ist das ein Vorteil?

Natürlich, die größeren Spieler sind schneller und stärker, im Gegensatz zu den Kleineren.

Geht nicht bei großen Spielern die Technik auf Kosten der Kraft verloren?

Die Entwicklung der letzten drei Jahre war so, dass sich Technik, Taktik und Schnelligkeit sich enorm gesteigert haben. Die Größe allein macht es sicher nicht aus, sie müssen schon auch entsprechend Fußball können. Unser Gegner im Halbfinale aus Salzburg setzte zum Beispiel sehr auf spielerische Qualität.

Wie wichtig sind Ergebnisse im Nachwuchsfußball?

In erster Linie geht es um die Entwicklung der Spieler. Wenn es uns gelingt, die Spieler in allen Bereichen vorwärts zu bringen, kommen Ergebnisse ganz automatisch, dann freut man sich natürlich. Das Ergebnis aller Spiele zusammen ist dann aber doch das Ergebnis der Arbeit, die man geleistet hat. Und Ergebnisse wie sie uns jetzt in Tirol beim Österreich-Finale gelingen, sind natürlich die Krönung. Aber es gab ja auch schon andere Zeiten, da waren wir sogar von der Spitze in Vorarlberg ein Stück weit entfernt. Jetzt sind wir in der österreichischen Spitze dabei.

Was macht man im Training, um die Entwicklung voran zu bringen?

In der Fußballakademie wurde mit Individualtrainern, Techniktrainern, Turntrainer, Konditionstrainern, Mentaltrainern und verschiedenen anderen Trainern gearbeitet. Dieses sehr umfassende Programm durch ein ganzes Team der Fußballakademie Vorarlberg konnte die Burschen weiter entwickeln. Alles zusammen ist ein guter Weg, dass die Burschen eine entsprechende Leistungsstärke erreichen können. Das sollte sich später auch im Erwachsenenalter auswirken. Die Akademie hat in den letzten Jahren große Schritte nach vorne gemacht. 

Die technischen Fähigkeiten der Vorarlberger Jungkicker sind vorhanden, zwei Mal ging der Sieg im Technikbewerb der Schülerliga an Ihr Team, wie kommt es dazu?

Das ergibt sich durch das tägliche Training. Wir arbeiten jeden Tag daran, dass ein Jugendlicher im Alter von 15 bis 16 Jahren dann technisch alles beherrschen kann. Wir haben hier einen guten Vergleich mit anderen durch die Schülerliga. 

Welche Rolle spielt der Trainer bei dieser Schülerligamannschaft?

Ich denke schon ein Großer. Der Umgang mit der Mannschaft muss so sein, dass die Burschen das Beste geben wollen.

Was machen Sie besonderes?

Jeder Spieler in diesem Jahrgang muss seriös behandelt und im Selbstvertrauen gestärkt werden. Den Respekt, den ich von den Spielern erwarte, den zeige ich auch Ihnen gegenüber. Der größte Fehler wäre ein Kind zu ignorieren. Sie haben Sorgen und Nöte, dafür bin ich der Ansprechpartner.

Sie haben das Finale nicht erreicht, sind Sie darüber traurig?

Nein, niemals. Für die jungen Burschen ist es toll, dass wir bei den Besten dabei sind. Wir sind zusammen mit Red Bull Salzburg, Rapid Wien und Sturm Graz auf einer Ebene. Wir haben viel Werbung für den Fußball in Vorarlberg gemacht. Für die Spieler, die aus der Schülerliga-Mannschaft ausscheiden, gilt es nun das Erlernte zu festigen, sie gehen weiter in die Fußball-Akademie und werden die nächsten Jahre dort auf dem Weg zum Profifußball begleitet. Die Schülerliga ist ein erster Schritt in der Karriere. Wir dürfen die Spieler nicht aus den Augen verlieren, wir haben jetzt gesehen, dass wir ganz große Talente in unseren Reihen haben. Es gibt aber auch in den anderen Zentren wie in Feldkirch oder Bludenz viele Talente.

Die Schülerligamannschaften sind zumeist LAZ-Team der Bundesliga-Klubs. Ist diese Form der Schülerliga noch zeitgemäß?

Bei diesem Bewerb müssen die Besten spielen, das gibt den Trainern Möglichkeiten zur Sichtung. Es gibt auch einen nationalen Vergleich in schon sehr jungen Jahren. Rapid und Salzburg kommen immer mit den besten Trainern. Wir sollten keinen Schritt zurück machen.

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