Wenn es läuft, läuft's . . .

Veröffentlicht am 08.11.2009 von Sportservice Vorarlberg
Meusburger-Gold

Robert Meusburger wurde am Mittwoch zu Österreichs Behindertensportler 2009 gekürt. Der Egger Prothesenläufer holte bei der alpinen WM in Korea vier Medaillen. Im Interview spricht Meusburger über seine Karriere, über seine Zukunft und seine Anschauungen.

Sie hatten 1991 im Alter von 20 Jahren einen folgenschweren Motorradunfall, haben Sie schon vor diesem Unfall Sport betrieben?

Meusburger: Vor dem Unfall habe ich keinen leistungsorientierten Sport gemacht. Ich bin unmittelbar nach dem Motorradunfall wieder Skifahren, ganz allein. Der Versuch hat dann allerdings mit einer Meniskusverletzung geendet. Ich hatte dann mit Josef Meusburger (selbst ein Prothesenläufer) einen Mentor in Egg, der damalige Versehrtensportpräsident Sepp Wirth hat mich dann endgültig angeheuert.

Haben Sie damals schon an Erfolge, wie sie später gekommen sind, geglaubt?

Meusburger: Nach dem Unfall habe ich nicht wirklich an die Teilnahme bei Weltmeisterschaften oder Paralympics geglaubt, schon gar nicht an Medaillen.

Was waren die schönsten Medaillen?

Meusburger: Die schönste Medaille war die Bronzene in der Abfahrt 1998 in Nagano, weil es meine erste war. Dann folgt Slalomgold in Turin im neuen System (KREK), auf einem schwierigen Hang unter schwierigen Verhältnissen. Ich war nach dem ersten Lauf Zweiter, habe dann meinen Schweizer Konkurrenten noch abgefangen.

Wie haben Sie sich auf Korea vorbereitet, wie kamen diese Erfolge dann zustande?

Meusburger: Ich habe mir mental die Strecke verinnerlicht, bin sie oft im Kopf abgefahren. Ich bin aber dann nicht alle Rennen im Welt- und Europacup gefahren, sondern nur jene in der Nähe, habe mir Reisestrapazen erspart. In Korea habe ich mit vier Medaillen meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Ich hatte einen Lauf! Olympia und WM sind nicht kalkulierbar, das Timing im Formaufbau muss passen, aber erklärbar sind solche Erfolge nicht wirklich.

Was bleibt als Ziel für Vancouver?

Meusburger Ich wäre froh, wenn ich noch eine Medaille mache, das wäre meine zehnte.Vancouver ist ein schwieriger Hang, ich werde alles für mich mögliche dazutun, um die Medaille zu holen, aber es muss auch alles perfekt laufen, damit dieses Vorhaben auch gelingt.

Was war bis Ihr größter emotionaler Moment?

Meusburger: Die Geburt meiner Tochter Isabella.

Was fasziniert Sie am Sport?

Meusburger: Ich tu es einfach gerne, ganz egal welche Sportart. Geschwindigkeit, Geschicklichkeit, Freie Natur, diese Komponenten gelten im Skifahren als die wichtigsten für mich.

Was fühlen Sie im Moment einer Niederlage?

Meusburger: Enttäuschung, du fragst dich, was hast du falsch gemacht, wo waren die Fehler, die dazu geführt haben.

. . . und im Moment des Sieges?

Meusburger: Da denkst du nicht, du bist federleicht, ich genieße die Momente des Erfolges einfach.

An was denken Sie, wenn Sie im Wettkampf an Ihre Grenzen kommen?

Meusburger: An die ersten Trainer, die ich hatte, Thomas Rehm meinte schon damals, stärker wirst du nur mit Niederlagen, nicht wenn du nur gewinnst.

Sie sind ein höchst erfolgreicher Behindertensportler, würden sie heute ihre Medaillen dagegen tauschen, nicht behindert zu sein?

Meusburger: Das würde ich auf jeden Fall, aber das Leben ist jetzt so wie es ist, das habe ich längst zu akzeptieren gelernt.

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