Peter Schoissengeier im Interview über Trainingsaufwand und mögliche Leistungsziele

Veröffentlicht am 01.07.2009 von Sportservice Vorarlberg

Peter Schoissengeier, deine beste Gesamtzeit ist 8:32 Stunden, was ist von der Zeit her möglich?

Schoissengeier: Ich glaube, eine Zeit von 8:10 bis 8:15 erreichen zu können.

Wo hast hu noch Verbesserungspotential?

Schoissengeier: Ich habe keine Disziplin, in der ich besonders heraussteche, ich muss versuchen in allen Disziplinen regelmäßig besser zu werden, dann kann ich auch meine Gesamtzeit weiter steigern.

Wie hoch ist dein wöchentlicher Trainingsaufwand?

Schoissengeier: Ich trainiere zwischen 20 und 30 Stunden wöchentlich, zwei Drittel davon teilen sich auf Radfahren und Laufen auf, das dritte Drittel teilt sich auf Schwimmen, Krafttraining und Koordination auf!

Welches Training magst du selbst am liebsten?

Schoissengeier: Mich freut das gesamte Training, ich kann nicht behaupten, irgendeine Disziplin zu bevorzugen.

Neben Deinem Trainer Oliver Bernhard (SUI) arbeitest du intensiv mit dem Sportservice Vorarlberg zusammen, in welcher Form?

Schoissengeier: Sportmedizin, Leistungstests, Physiotherapie und Kraftraining sowie Ernährungsberatung sind die Angebote, die ich im Sportservice Dornbirn nutze. Ich arbeite mit Antje Peuckert intensiv zusammen, fühle mich dort gut beraten. Ich kann jeden Test, den ich zuvor mit meinem Trainer abgesprochen habe, beim Sportservice absolvieren. Ich bekomme eigentlich auf jede Frage eine gute Antwort.

Wie lange braucht ein Triathlet, um auf dein Leistungsniveau zu kommen?

Schoissengeier: Von null auf Ironman braucht man rund drei bis vier Jahre. Zumindest sollte man sich diese Zeit nehmen, um den eigenen Körper an die Belastungen anzupassen.

Wie ist deine körperliche Verfassung nach einem Wettkampf?

Schoissengeier: Muskulär brauche ich danach einige Tage um mich wieder zu erholen, das Stufensteigen fällt mir dann schon besonders schwer. Einige Tage lang hat man einen erhöhten Energiebedarf, ich merke eigentlich, dass ich organisch ziemlich „unten“ bin. Ich komme dann mit dem Essen kaum noch nach. Rund zwei bis drei Wochen danach bleibe ich dann deutlich unter meinem Leistungspotential.

Wie erholst du dich von einem Wettkampf?

Schoissengeier: Massagen, warme Bäder, leichtes Lauftraining sind in den ersten Tagen angesagt. Nach einer Woche beginne ich wieder mit dem Training, ich muss mich dabei allerdings Grundlagenausdauerbereich bewegen, absolviere nur kurze Einheiten.

Wieviele Wettkämpfe kannst du in einem Jahr absolvieren?

Schoissengeier: Maximal drei Ironman, die versuche ich auf höchstem Niveau zu bewältigen. Bei der WM auf Hawai geht man dabei allerdings ein höheres Risiko als bei anderen, da kann’s schon passieren, dass man auch einmal „eingeht“. Dazwischen absolviere ich ein paar kürzere Rennen. Dabei hole ich mir Wettkampfpraxis.

Was war dein schönster Ironman bisher?

Schoissengeier: Schön ist da überhaupt nix, ich denke, das Rennen in Südafrika, bei dem ich als dritter ins Ziel kam, war schon überwältigend. Von der Atmosphäre her, ist Klagenfurt das beste, was einem Sportler passieren kann.

Welche Sportart würdest du betreiben, wenn du kein Triathlet wärst?

Schoissengeier: Wahrscheinlich würde ich trotzdem etwas mit Laufen und Radfahren machen, Skitouren gehen und vielleicht auch Golf spielen. Basejumping könnte ich mir auch vorstellen.

Wegen Magenproblemen mehr als eine Stunde hinter persönlicher Bestzeit

Beim Ironman in Klagenfurt hat der Vorarlberger Peter Schoissengeier nach 32 km im Marathon den Bewerb beendet, zwischenzeitlich lag der Dornbirner auf Platz zehn, lange Zeit schaute es nach einer klaren Verbesserung der persönlichen Bestzeit von 8:31 Stunden aus.

Schoissengeier erlitt bei Halbmarathon-Distanz Einbruch wegen Magenproblemen

Lange Zeit „bewegte“ sich der Dornbirner Peter Schoissengeier rund um den zehnten Platz im Rennen, bei der Halbmarathon-Distanz erwischte ihn allerdings der „Hammer“. Schoissengeier erreichte das Ziel nach 9:34 Minuten, mehr als eine Stunde hinter seiner persönlichen Bestzeit. Schon beim Schwimmen war Schoissengeier diesmal mehr als eineinhalb Minuten langsamer als im Vorjahr. Deshalb kam er nicht an die Vanhoenacker-Verfolger-Gruppe heran, das war rennentscheidend. Schoissengeier war auf dem Rad schließlich auch drei Minuten langsamer als im Vorjahr und ging als 12. auf die Laufstrecke. Bis zum Halbmarathon konnte er mithalten, dann aber war die Luft heraußen.

„Bei der Halbdistanz des Marathons hat mein Magen nicht mehr mitgemacht, ich musste sogar in ein Hotel gehen, um mich dort wieder erholen zu können. Jetzt gilt es, die Nahrungsaufnahme beim Rennen genau zu analysieren, um herauszufinden, warum die Probleme aufgetreten sind“, meinte Schoissengeier nach dem Rennen.

Mittlerweile sind alle weiteren Vorarlberger im oder knapp vor dem Ziel, die Platzierungen sind unter www.ironman.com zu finden.

8 Peter Schoissengeier
634 Philipp Haider
703 Martin Mühlmann
1213 Hannes Stütz (offensichtlich nicht gestartet)
1227 Hermann Molzbichler
2201 Bertram Waldner

 

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