Olympische Ringe als innerer Antrieb - Michael Greiter will in Singapur mit Topplatzierung den nächsten Meilenstein setzen.
Insgesamt 16 heimische Nachwuchssportler zwischen 14 und 18 Jahren werden ab 14. August bei den ersten Olympischen Welt-Jugendspielen (YOG 2010) in Singapur um Medaillen und
Platzierungen kämpfen. Ein Aktiver, der mit hohen Erwartungen nach Asien reist ist Judoka Michael Greiter. Dass der 17-jährige Dornbirner zu großen Leistungen fähig ist, stellte
er im Vorjahr bei den U-17-Weltmeisterschaften in Budapest eindrucksvoll unter Beweis. Der Gewinn der Bronzemedaille in der 73-kg-Klasse war zugleich die erste Medaille
Vorarlbergs bei Welttitelkämpfen. Kein Mannschaftssportler
Zum Judosport ist Greiter bereits früh gekommen. In der Volksschule wurden Flyer des JC Dornbirn verteilt und obwohl der Vater als Eishockeyspieler und Fußballer aktiv war,
entschied sich der Sohn für eine Einzelsportart. „Ich habe mich in Mannschaftssportarten nie wohl gefühlt und wollte die Entscheidung über Sieg oder Niederlage einfach selbst in
der Hand haben“, betont der 17-Jährige selbstbewusst. Die Zielstrebigkeit und der große Eifer am Judosport sorgten vor fünf Jahren auch dafür, dass der Dornbirner ins Vorarlberger
Leistungszentrum nach Hohenems wechselte. „Um die nächsten Fortschritte zu erzielen, das Training und deren Begleitumstände besser steuern zu können, war dieser Schritt
notwendig,“ erklärt Patrick Rusch. Der heutige Landesverbandstrainer, der Greiter zur Jugend-Olympiade begleiten wird, war es auch, der die Karriere des Dornbirners vorantrieb.
Der Bronzemedaillengewinner der U-20-EM 1999 reiste auf Trainingslehrgänge mit, begleitete ihn zu Turnieren und stand immer als Trainingspartner und Mentor zur Seite. „Patrick ist
so etwas wie ein großer Bruder für mich – er ist der Einzige, der mir die notwendige Härte für den Weg an die Spitze auch vermitteln kann“, so Greiter.
Paischer das große Vorbild
An hochgesteckten Zielen fehlt es dem Schüler des Sportgymnasiums Dornbirn nicht. Österreichs Parade-Judoka Ludwig Paischer dient dabei als großes Vorbild und so wie der
Olympia-Silbermedaillengewinner von Peking 2008 will Greiter für Österreich in den nächsten Jahren auf höchster Ebene bei Welt- und Europameisterschaften Edelmetall erkämpfen. Auf
nationaler Ebene ist er seit vier Jahren in seiner Alters- und Gewichtsklasse ohne Niederlage und holte stets den Meistertitel. Anfang Mai benötigte Greiter bei den
U-20-Titelkämpfen in Zeltweg in fünf Kämpfen gerade einmal vier Minuten, um in der 73-kg-Klasse zu triumphieren. Apropos 73-kg-Klasse: In Singapur muss der Dornbirner eine Klasse
höher starten, da die Burschen bei der Jugend-Olympiade nur in vier und nicht wie sonst bei Großevents in acht Gewichtsklassen ausgeteilt werden. „So habe ich wenigstens den
Vorteil, dass ich nicht auf mein Gewicht achten muss. Allerdings wird die Ausgangslage schwieriger, weil pro Nation in allen Klassen nur ein Kämpfer startberechtigt ist. Da kommt
es darauf an, wie die Topnationen Japan oder Russland ihren Startplatz vergeben.“ Nach seinem Einsatz in Singapur will sich Greiter ein paar Tage Pause gönnen, ehe es mit der
Vorbereitung auf die kommende Saison weitergeht. „Wenn ich zehn Tage keine Judomatte betrete, meldet sich das schlechte Gewissen. Ein Tag ohne Training ist ein verlorener, wenn
man sich große Ziele gesetzt hat“, betont der Dornbirner.
Michael Greiter Geboren: 12. Jänner 1993 Wohnort: Dornbirn Ausbildung: Schüler SG Dornbirn Verein: ULZ Tectum Hohenems Trainer: Patrick Rusch Größte Erfolge: U-17-WM 2009:
Bronze (bis 73 kg); 5. Rang bei den EYOF-Jugendspielen 2009 in Tampere; Österreichischer Meister U20 (2010), U 17 (2009 und 2008) bzw. U 15 (2007); mehrere Top-10-Plätze bei
Weltcupturnieren
| Name |
Michael Greiter |
| Sportart | Judo |
| Geburtsdatum |
12. Jänner 1993 |
| Wohnort | Dornbirn |
| Verein |
ULZ TECTUM Hohenems |
| Trainer |
Partick Rusch |
| Schulausbildung |
Sportgymnasium Dornbirn |
Mit dem Gewinn der Bronzemedaille im Vorjahr bei den U-17-Weltmeisterschaften sorgte der 17-Jährige für den größten internationalen Erfolg des Vorarlberger Judoverbands.
2006
2007
2008 / 2009